Aktionstag in Göttingen – Gemeinsam gegen Missbrauch

Ich lasse meine Eindrücke von diesem Wochenende jetzt schon ein paar Tage wirken und komme nicht drum herum, ein paar Worte dazu zu verlieren…

Es handelte sich hierbei um einen Aktionstag gegen Kindesmißbrauch. Naja, was soll ich sagen? Ich hab im Vorfeld, glaub ich, nicht so wirklich realisiert, was alles dahinter steckt. Gut, okay, man weiß, dass es so etwas gibt, aber im eigenen Umfeld hab ich das bis vor ein paar Wochen oder Monaten auch noch nicht erlebt. Was nicht bedeutet, dass es das nicht gab – es wurde halt nur eben nicht drüber geredet… Und ich war nicht wirklich auf das vorbereitet, was mich an diesem Wochenende erwartet hat.

Zum einen superliebe Menschen, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe – den einen mehr, den anderen weniger ;) – aber es tat gut, so bedingungslos schnell aufgenommen zu werden als “Außenstehende”.

Zum anderen Emotionen – echter, als sie ein Fernseher rüberbringen kann. Da stehen Menschen auf der Bühne und kämpfen mit den Tränen. Man spürt förmlich, wie jeder sein eigenes Quentchen mit sich herum schleppt und die Traurigkeit um sich greift. Und ich kann mir regelrecht selbst dabei zusehen, wie sich mein Hals zuschnürt und auch mir die ersten Tränen die Wange runterlaufen, bis ich ein paar Meter vom Geschehen weggehen muss, um wieder klarzukommen – danke, mein Schatz, für deine Nähe, das hat mir sehr gut getan…

In einem selbst wächst plötzlich die Sensibilität dafür, was alles hinter geschlossenen Türen passiert. Und was man selbst tun kann, um wenigstens die eigenen Leute zu unterstützen oder zu schützen.

Und wieder mal bin ich meinen Eltern dankbar dafür, dass ich eine so unbeschwerte Kindheit hatte – ich danke Euch!

Für die, die es interessiert:

www.missbraucht.de
www.kinderschreie.de

Sommergrippe

Mann, Mann, Mann…
So etwas kann einen schon schlauchen. Nach dem ganzen Stress der letzten Wochen hat sich mein Körper gedacht, mich auf Zwangspause zu setzen, wenn ich schon nicht von alleine mal ne Pause mache. Für alle die, die eine Sommergrippe für ein paar Mal Niesen im Sommer halten: es ist eine Kombination aus einer handelsüblichen Grippe und einer Magen-Darm-Grippe. Alles andere als angenehm und sehr kräftezehrend… :(

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Was anderes… Ich bin immer wieder erstaunt, wie präzise die Bürokratie der einzelnen Ämter aneinander vorbeiläuft. Ich muss Sozialhilfe beantragen – die brauchen aber, um den Antrag bearbeiten zu können, einen Bescheid von der Wohngeldstelle. Besorgt man sich so einen Antrag auf Wohngeld, muss man witzigerweise ausfüllen, ob man Sozialhilfe bekommt und wieviel…
Das gleiche mit der Krankenkasse. Die Sozialhilfe übernimmt angeblich diese Beträge, kann aber nicht berechnet werden, wenn der Beitrag für die Krankenkasse nicht vorliegt. Im Gegenzug braucht die Krankenkasse die Summe des Sozialhilfebetrages, um ihren eigenen Betrag berechnen zu können…
Die können einen echt zum Wahnsinn treiben, und ich glaube, das ist auch Sinn der Sache. :D
Letztendlich hat mich die Dame der Wohngeldstelle (amüsanterweise im gleichen Haus wie das Sozialamt) auf die glorreiche Idee gebracht, jeweils den einen Antrag zu kopieren und dem anderen beizulegen – sie würden das dann unter sich ausmachen. Hallelujah! Ein Ausbruch aus dem Teufelskreis in Sicht! :D