Nach Weihnachten…

Kaum sind die Feiertage vorbei, ist man plötzlich maßlos müde. Schon faszinierend, wie viel Anspannung da von einem anfallen kann.

Auch wenn man sich darauf gefreut hat – die Leute wiedersehen, nette Stunden in gemütlichem Kreis und mal wieder etwas feiern – ist man doch froh, wenn’s denn wieder vorbei ist. Dann kann man sich wieder auf das nächste Jahr freuen. 😉

Trotz allem möchte ich mal bemerkt haben, dass ich es wundervoll finde, nach Monaten alte Freunde wiederzutreffen, die man aus den Augen verloren hatte, und es ist deutlich zu merken,wie sehr man sich immer noch freut, sich zu sehen. Wundervoll… Das verhilft dem Jahr dann doch zu einem guten Abschluß!

Sich selbst oder andere opfern?

Stellt Euch vor, da wird einem eine Geschichte erzählt, bei der einer Frau, die immer gerne alles unter Kontrolle hat, von ihrem mit Diabetes belasteten Freund durch dessen Unachtsamkeit regelrecht gefoltert wird. Weil er hier und da aus Gedankenlosigkeit einfach nicht so weit denkt, dass er noch spritzen muss, findet sie ihn in regelmäßigen Abständen im Zuckerkoma. Und die Frau geht nach und nach daran kaputt…
Tja, der erste Gedanke wäre, dass sich die arme Frau doch nicht so quälen lassen kann und das weite suchen sollte. Und der zweite direkt danach: kann man das überhaupt verantworten?

Kann man jemanden, dem man durchaus zutrauen sollte, die Verantwortung für das eigene Leben selbst zu übernehmen, einfach so „hängen lassen“, wenn man selbst nicht glaubt, dass genug Selbstdisziplin dafür besteht?
Gerade, wo man doch täglich von Leuten umgeben ist, die zur Vorsorge müßten, aber sich nicht dazu kriegen, die Ihre Ernährung umstellen müßten, sich aber einfach nicht dazu überwinden können…
Widerspricht ein „Sieh doch zu, wie du alleine klarkommst“ nicht ein wenig unseren doch christlichen Wertvorstellungen, dass man dem anderen zur Seite stehe muss, gerade wenn es um so ein ernstes Thema geht?
Aber wie weit darf man sich selbst dabei opfern?

Winter

Ich hatte die Vorweihnachtszeit schon gar nicht mehr so stressig in Erinnerung. Da kommen auch noch Geburtstage obendrauf, man zermatert sich den Kopf, was man denn schenken will, überall tauchen Weihnachtsfeiern auf, und zu unserem persönlichen Wohl hat man uns Studenten auch noch Prüfungen reingedrückt – die aber immer hin sehr menschlich waren!

Wenn’s draußen kälter wird, gibt’s doch mal wieder die eine oder andere melancholische. Aber ich finde auch, man genießt alle möglichen Kleinigkeiten mehr.
Die Sonne wirft so wunderschöne Farben in die Welt, und selten wußte man eine Tasse heiße Schokolade so zu schätzen wie jetzt. Kleine Jubelanfälle hier und da – wie dass ich nach einem Jahr endlich erfolgreich jegliche Hilfe über Medikamente hinter mir lassen konnte – wie dass man hinterher merkt, dass man vor der letzten schweren Klausur des Lebens (oh Gott, wie das schon klingt!!) gar nicht so eine Angst hätte zu haben brauchen – kommen einem irgendwie eine Spur deutlicher vor.

Für andere Leute mag der Frühling die gefühlsintensivste Zeit sein. Für mich ist es die Winterzeit. Auch wenn außer Frost noch kein Schnee zu sehen war.