Selbstkonditionierung

Ich bin ja wirklich fasziniert, wie leicht sich Verhalten ändern läßt, wenn man es nur einmal versucht. Das Schwierigste ist wirklich, sich überhaupt dazu zu bekommen. Und teilweise fehlt einfach nur der Anstoß von außen. In welcher Form man sich den auch immer holen mag…

Aber ich kann das allen nur empfehlen: macht das einfach mal. Alles, was Euch gerade so einfällt! Probiert es einfach aus! Und wenn es „nur“ ist, mal eine Woche lang den Fernseher aus zu lassen – das ist sicher härter, als man im ersten Moment glaubt.

Aber was immer es auch ist, es kann eine echte Erfahrung sein! Und Erfahrungen können ja nie schaden 😉

Sich um andere kümmern, bis man sich selbst vergisst

Es scheint eine Frauen-Domäne zu sein, sich so sehr um andere zu kümmern, dass man sich selbst dabei vergisst. Vielleicht sogar erst dadurch vergessen kann.
Sicherlich ist Männern das auch nicht fremd, man denke nur an dieses „stark sein für die anderen“, wenn jemand, der einem nahe stand, stirbt.

Es gibt einen Haufen Literatur über das Thema, und es scheint fast etwas widersinnig, dass jemand, der einem sehr selbstlos vorkommt, doch letztendlich etwas für sich selbst tut, indem er einem hilft.

Ob das allerdings für ihn gut ist, steht auf einem ganz anderen Blatt…

Ich bin im Verzug….

Im Moment passiert aber auch so einiges…

„An ihren Taten sollst du sie erkennen.“ Da ist etwas Wahres dran. Es hat mich eine Ewigkeit gekostet, um einzusehen, dass man mit Verständnis alleine nicht weiterkommt. Es geht nicht wirklich darum, aus was für einem Grund jemand etwas getan hat. Selbst Kriege und Revolutionen wurden aus den besten, edelsten Motiven begonnen, dennoch war das Ergebnis immer grausam.
Ich habe diese Sichtweise immer für oberflächlich und kurzsichtig gehalten. Mir schien es lieblos, dass die Motive meines Gegenübers nicht das entscheidende sind, womit ich eventuell auch mal einen Fehltritt entschuldigen kann. Aber man muss wirklich klar sehen, dass es da einen Unterschied gibt.
Dass man den anderen versteht, ist eine schöne Sache. Deswegen aber wiederholt verletzt zu werden, nur weil der andere es erklären kann – womit auch immer von schlechter Kindheit bis zu schlechter Laune – ist eine ganz andere. Es zu verstehen, steht auf dem einen Blatt. Das, was man daraus macht, auf dem anderen.
Schließlich ist jeder selbst seines Glückes Schmied.

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Bis vor einer Woche war dieses Lied noch Erinnerung an die Vergangenheit und Hoffnung auf die Zukunft in einem. Auch wenn es jetzt keinen reellen Bezug mehr zu meinem Leben hat, finde ich es so schön, dass ich den Text hier trotzdem niederschreiben mußte.

Laith Al Deen – Dein Lied (ein Ausschnitt)

[…] Du bist mir so vertraut, obwohl ich dich nie gesehen hab
Und was du empfindest, weiß ich ganz genau.
Kenn deine gedanken, nichts an dir scheint mir fremd zu sein
Es ist, wie wenn ich in den spiegel schau

ich hoffe, du hörst mich, wenn es dich irgendwo gibt, dies ist dein lied.
Ich hoffe, du weißt es, wenn man es irgendwo spielt, dies ist sein lied.
Ich hoffe, du kannst es hör´n

Ich weiß, dass du irgendwo da draußen bist,
wär es nicht so, wärst du mir nicht so nah
Wir werden einander erkennen, wenn es soweit ist
und schnell vergessen, wie es vorher war.

ich hoffe, du hörst mich, wenn es dich irgendwo gibt, dies ist dein lied.
Ich hoffe, du weißt es, wenn man es irgendwo spielt, dies ist sein lied.
Ich hoffe, du kannst es hör´n […]

Paradox

Kennt Ihr das auch? Wenn da etwas ist, was einem irgendwie zu viel wird, man sagt etwas dazu, und plötzlich ist es weg, und keine drei Sekunden später wünscht man es sich wieder zurück. So paradox, dass man sich teilweise selbst fragt „Und? Was sollte das jetzt?!“
Man weiß zwar, woher es kommt und versteht sich immerhin noch selbst – ein Glück – aber für den Außenstehenden muss man doch nahezu unerträglich erscheinen… Wenn man nicht gerade eine Erklärungsarie abhält…

Oder wenn man plötzlich etwas tut, weil einen irgendetwas im Inneren dazu bringt, obwohl man eigentlich vom Verstand her sagen würde, dass das totaler Blödsinn ist?

Das Leben geht schon manchmal sehr kurvige Wege…

Nachmittags

Habe mir endlich Subway to Sallys „Erdbeermund“ besorgt, wie ich es schon vor Wochen beschlossen hatte, als ich mich bis über beide Ohren rein verknallt habe. Das war ein richtiger „Wow“-Effekt.
Ich kann dieses Lied richtig körperlich spüren. Es greift um mein Herz und strahlt in einen Raum von etwa zwei Handspannen aus. Eine ganz persönliche, fast intime Faszination durch die Musik, die Reinheit und Natürlichkeit der Stimme und dadurch, wie vertraut einem die Sprache vorkommt.

Um es – etwas flapsig – mit Shakespeare zu sagen:
„Ist es nicht seltsam, dass Schafdärme einem die Seele aus dem Leib zu ziehen, imstande sind?“

Abends…

Eben erfahre ich, dass ein entfernter Bekannter in meinem Heimatort, jemand, den man zwar kennt, aber mit dem man immer nur mal SmallTalk gehalten hat, von dem man nie viel wußte, jemand, der immer unauffällig und schüchtern war, „der Schatten mit dem Lächeln“…
… dass dieser jemand sich vor zwei Jahren das Leben genommen hat. Vor zwei Jahren… Ich hab das Gesicht noch so deutlich vor Augen. Und auch wenn ich jetzt schon das vierte Jahr von zu Hause weg bin und nie viel mit ihm zu tun hatte, schockt es mich trotzdem, dass mir nicht aufgefallen ist, dass ich ihn nicht mehr gesehen habe, dass er nicht mehr da war… Zwei Jahre, und man merkt es erst so spät…
Das muss ich erstmal ein wenig sacken lassen…

Liebe als Sucht?

Hm, ich stehe etwas zwischen den Fronten und habe einen mittelgroßen Knoten im Kopf.
Ich hab gestern mit einer Internetbekanntscht eine heiße Diskussion zum Thema „Liebe“ geführt. Er meinte, dass er sich nur verliebt, wenn er vorher rational überprüft hat, ob sich das auch lohnt. Liebe wäre steuerbar. Liebe wäre eine Sucht und man könnte sich schließlich auch dazu bekommen, nur kontrolliert zu trinken.
Und ausgerechnet ich nach meiner frischen Trennung rede dagegen. Dass sich jeder Frust für die schöne Zeit lohnt, die man hat. Dass man sich letztendlich einen Partner aussucht, der einen weiter bringt, selbst wenn es nicht funktioniert. Dass man sich den Partner unterbewußt aussucht, aber eben nicht bewußt, und das macht es ja gerade auch spannend.
Und jetzt bin ich heute bei meinem Fachmann, und er meint, man müßte sich bewußt dazu entscheiden, „abstinent“ zu sein, und vergleicht das mit dem Bedürfnis Alkohol zu trinken, wenn man trocken werden will. Ich hab unsere gemeinsame Seite das Zeitliche segnen lassen. Vielleicht für nicht so internetfanatische Leute schwer nachvollziehbar, was das für eine Bedeutung hat.

Aber ist Liebe letztendlich wirklich nur eine Sucht, die es zu kontrollieren gilt?

U-Bahn fahren

Gott, war das schön, heute mal wieder U-Bahn zu fahren. Den Leuten zu zu sehen und ein Teil der lebenden Masse sein…
Einem Jungen zusehen, der in seiner Musik versinkt, die man durchs ganze Abteil hört… Freundinnen, die schnatternd einsteigern und sich nicht darum stören, dass alle ihre geheimen Details hören… Einem Mann, dem man ansieht, dass er sich freut dass sein Arbeitstag vorbei ist…
Was hab ich das vermisst…

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Kennt Ihr das eigentlich auch, dass man den ganzen Tag vor etwas Angst hat, dass man nicht eintrifft??